Donnerstag, 16. November 2017

ABRÜSTEN - JETZT!


Wagenknecht und Gabriel: Abrüsten!


Der Aufruf zur Abrüstung nimmt Fahrt auf

Autor: U. Gellermann
Datum: 16. November 2017

Als habe man nur auf den sonderbaren Rüstungs-Appell des BND-Präsidenten gewartet: Die Zahl der Unterschriften unter den Aufruf der Friedensbewegung überschreitet bald die 10.000er Marke! Und wer ist auch dabei? Sahra Wagenknecht und Sigmar Gabriel. Als habe man die Bundestagswahlen abwarten wollen, um ein rot-rotes Projekt anzuschieben. Wenn man sich nicht im Parlament trifft, dann eben in der außerparlamentarischen Opposition. Auch Antje Vollmer von den GRÜNEN ist bei den Unterschriften zu treffen. Aber ob das nun Cem Özdemir recht ist? Soll dem Frieden doch egal sein.

Die mutige Sevim Dagdelen, stellvertretende Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE, hat ihre Unterschrift geleistet. Und die Rede geht, es gäbe bald ein Video von ihr. Weitere Videos für den Aufruf sollen folgen. Und das wäre auch dringend an der Zeit. Denn das Marketing, die professionelle Verbreitung ist noch eine Schwachstelle. Noch ist der Aufruf nicht auf den „Nachdenkseiten“ und anderen klugen Sites im Netz platziert. Aber ganz sicher ist Albrecht Müller, der Chef der Nachdenkseiten, für das Erstarken der Friedensbewegung.

Nach den langen Querelen rund um die „Querfront“ - ein Begriff wie gemacht für die Geheimdienste und ihre Flüsterpropaganda - kommt die Friedensbewegung wieder in Gang. Wurde aber auch Zeit. Da muss sich doch glatt Berlins Kultursenator von der Linkspartei, Klaus Lederer, mit diesem ideologischen Wechselbalg aus seinem Dienstwagen zurückmelden: Er verbot jüngst, über die „Querfront“ räsonierend, eine Veranstaltung mit Ken Jebsen im Kino Babylon. Das Kino bekommt Zuwendungen aus dem Senats-Haushalt, da knickte man lieber ein. Laut klatschte die „taz“ diesem Akt der Zensur Beifall. Das ist diese Zeitung, die immer häufiger bei den Anhängern von Winfried Kretschmann und Angela Merkel Beifall findet. Da findet zusammen was zusammengehört.

So hatte es sich der BND-Präsident Bruno Kahl das mit seiner jüngsten Drohung nicht gedacht: Mehr Geld wollte er für seine Freunde in der Rüstungsindustrie locker machen. An einen Weckruf für die Friedensbewegung hatte er eigentlich nicht gedacht.

Mitmachen, unterschreiben:
https://abruesten.jetzt/



Mittwoch, 15. November 2017

Zensur von LINKS

https://linkezeitung.de/2017/11/15/wem-gehoert-die-demokratie/



Wem gehört die Demokratie?



VERÖFFENTLICHT VON LZ ⋅ 15. NOVEMBER 2017


von Christiane Borowy – http://www.rubikon.news

Die Verleihung des Kölner Karlspreises für engagierte Literatur und Publizistik im Kino Babylon wurde kurzfristig durch den Berliner Kultursenat verhindert.
Wenn Politiker Vermieter von Kulturstätten erpressen und unbequeme Veranstaltungen absagen lassen, ist es Zeit, der Fassadendemokratie die Maske vom Gesicht zu reißen.

Die Verleihung des Kölner Karlspreises für engagierte Literatur und Publizistik der Neuen Rheinischen Zeitung an den Journalisten Ken Jebsen hätte am 14. Dezember 2017 im Berliner Kino Babylon stattfinden sollen. Sie ist nur vier Wochen vorher, am 14. November 2017, durch den Berliner Kultursenat verhindert worden.

Das Kino Babylon ist Berlins ältestes und einziges kommunales Kino. Mit jährlichen 400.000 Euro an „zweckgebundenen Mitteln“ wird die Kulturstätte pro Jahr öffentlich gefördert. Genau das wurde ihr scheinbar zum Verhängnis. Offiziell darf der Kultursenat zwar nicht bestimmen, an wen das Kino Babylon seine Räume vermietet. Wenn es durch die Vordertür nicht geht, nimmt man halt die Hintertür. Wie sonst ist es zu erklären, dass laut Presseberichten der Kultur-Staatssekretär Torsten Wöhlert mit dem Betreiber des Kino Babylon ein Telefonat geführt hat und die Veranstaltung kurz danach abgesagt wurde?

„Wir kämpfen für kulturelle (Frei-)Räume und Vielfalt“, lügt Kultursenator Klaus Lederer auf seiner Internetseite. Ja, auch als Friedensforscherin muss man manchmal die Dinge beim Namen nennen. Lederer lügt. Das fliegt bei einem Facebook-Beitrag auf, den Lederer am Montagabend auf seinem Profil postet, denn hier zeigt er deutlich, dass er nicht für kulturelle Freiräume und Vielfalt kämpft, sondern dagegen. Der nicht zitierwürdige und nur das Alphabet psychologischer Kriegsführung runterleiernde Facebook-Beitrag endet schließlich mit einem direkten Appell an den Betreiber des Kinos, er möge die Veranstaltung absagen.

Mich überkommt ein ganz großer Ekel vor dieser Verlogenheit. Ekel ist eine sehr gesunde Empfindung, denn sie schützt vor Vergiftung, in diesem Fall vor mentaler Vergiftung (Mausfeld).

Wenn ein Politiker der Kultur so spricht und (ab-)urteilt, wenn Staatssekretäre bei Vermietern von Kulturstätten anrufen und Druck ausüben, stellt sich doch die Frage: Was wird denn hier eigentlich kultiviert? Wie nennt man das? Im Duden ist es so beschrieben: „von zuständiger, besonders staatlicher Stelle vorgenommene Kontrolle, Überprüfung von Briefen, Druckwerken, Filmen o. Ä., besonders auf politische, gesetzliche, sittliche oder religiöse Konformität“. „Oder Ähnliches“ können auch Veranstaltungen sein, die man als nicht konform einstuft. Ja, ganz richtig vermutet. Das nennt man Zensur!

Und bei Zensur hört doch der Spaß auf!

Ich weiß nicht, wie es Ihnen als Leser geht, aber ich möchte nicht in einer Welt leben, in der für mich entschieden wird, was ich zu denken habe. Ich möchte auch nicht abgewertet werden, nur weil ich es wage, Fragen zu stellen. Ich möchte mir meine eigene Meinung bilden und dazu brauche ich auch (Meinungs-)Vielfalt.

Denn: Was kommt als Nächstes? Überwachung? Ach nee, gibt´s schon. Berufsverbot? Nee, das gibt´s auch schon. Zwar alles schön „smart“, wie der Soziologe Harald Welzer so treffend in „Die smarte Diktatur“ beschreibt. Was kommt nach Zensur, Überwachung und Berufsverbot? Krieg? Das kommt nicht als Nächstes. Das ist auch schon da. Das bekommen wir nur nicht so mit, weil Krieg an der Heimatfront auch so smart daherkommt. Wie bringt man Krieg „an den Mann“? Indem man Lügen verbreitet und Menschen voneinander trennt, indem man mit dem Finger auf die anderen zeigt. Die anderen, also diejenigen, die Fragen stellen, sollen die Bösen sein. Das lenkt ab. Und wie erzählt man die Geschichte vom „Bösen Mann“? Indem man alles aneinanderreiht, was in einer Gesellschaft nicht gut angesehen ist und schlimme Erinnerungen hervorruft. Der Kieler Psychologie-Professor Mausfeld hat das sehr gut erforscht und „logische Verklammerung“ genannt, übrigens in einem Vortrag und Artikel, der „Die Angst der Machteliten vor dem Volk“ heißt.

Wovor hat also der Berliner Kultursenator Lederer so furchtbare Angst, wenn Ken Jebsen einen Medienpreis bekommt? Vor dem Volk, das merken könnte, dass er lügt und eine Politik der Spaltung und Trennung betreibt, obwohl er auf seiner Website behauptet: „Kultur verbindet und spaltet nicht.“ und das ihn deshalb abwählen könnte, weil er die Frage: „Dient Deine Politik den Menschen und dem Frieden?“ mit Nein beantworten müsste. Davor hat Lederer Angst: Seine eigene Macht zu verlieren. „Wem gehört die Stadt?“ glänzt als Frage direkt unter seinem Profilbild auf seiner Homepage. L’état c’est moi (Der Staat bin ich). Da knüpft er an längst vergangene Herrschertradition an.

Das könnte das Volk ebenfalls tun und sprichwörtlich für Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit auf die Barrikaden gehen. Das wäre eine Veränderungsenergie (Mausfeld), die jetzt -ebenfalls an Traditionen anknüpfend- aufgebracht werden müsste, um die Demokratie wieder in die Hände derer zu bringen, denen sie gehört: Dem Volk.

Was also kann man im konkreten Fall tun, außer sich über Zusammenhänge und Hintergründe zu informieren oder in Resignation zu verfallen? Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Wer keinen Knüppel in die Hand nehmen möchte, wovon ich auch ausdrücklich abrate, kann stattdessen Geld in die Hand nehmen. Das Kino Babylon braucht im Jahr 400.000 Euro. Eine Möglichkeit – von vielen – wäre, einfach eine Mail an den Betreiber Grossmann zu schreiben und nach einem Konto zu fragen, auf das man Spenden überweisen kann. Die Mail-Adresse steht auf der Website des Kino Babylon. Ich habe diese Mail schon geschrieben. Es ist wichtig, dass das Volk sichtbar wird. Lederer will uns mittels Geld die Demokratie wegnehmen. Holen wir sie uns zurück!

Christiane Borowy
Christiane Borowy, Jahrgang 1968, ist Soziologin, Sozialpsychologin, Körperpsychotherapeutin und Sängerin. Sie ist „schon immer“ Teil der Friedensbewegung gewesen und seit Ende 2015 Leiterin des „borowita — Institut für Sozial-Kulturelle Arbeit“. Mit ihren Seminaren zur persönlichen und politischen Bildung, beispielsweise mit „Mit Achtsamkeit die Friedensbewegung stärken“, setzt sie ihre Vision harmonischer Gemeinschaftsbildung um.

https://www.rubikon.news/artikel/wem-gehort-die-demokratie


Mein Kommentar in der Rationalgalerie am 16.11.2017:

Herzlichen Dank für diesen Beitrag. Nun ist es wieder soweit: Alle jene, die Gesellschaftskritik üben an der Politik der BRD und den bürgerlichen Medien, an Waffenlieferungen nach Israel, an Krieg und verstärkter Aufrüstung werden nunmehr als Gefährder, als Querulanten, als Anhänger der Verschwörungstheoretiker diffamiert, vorverurteilt, an den Pranger gestellt. Und wenn dabei noch regimetreue Medien in das gleiche Horn blasen, wie zum Beispiel auch die taz zur schleimigen Befürwortung der Zensur, im Babylon den Kölner Karlspreis an Ken Jebsen zu verhindern, die Leser verdummend und täuschend, dann ist es bis zu einem totalitären Staat nur noch ein kleiner Schritt. Ich als einstiger Militärjournalist in der DDR und seit Jahren Blogger und Buchrezensent vor allem für die Neue Rheinische Zeitung bin jedenfalls entsetzt über die Unverfrorenheit eines angeblich LINKEN, die genannte Festveranstaltung am 14. Dezember im Babylon zu unterbinden. Der Herr Klaus Lederer unterstützt mit seinem verbalen Angriff auf „Die Neue Rheinische Zeitung“, so auch auf die Publizistin Evelyn Hecht-Galinski, jene, die die aggressive Politik Israels gegenüber dem palästinensischen Volk befürworten und mit Waffenlieferungen durch die BRD an Israel unterstützen. Lesen Sie meine Buchrezension „Die „Fackel“ des HERAKLES. Aber wer tief im Sattel der Reaktion sitzt, wird sich doch nicht die Hände schmutzig machen, nicht wahr... Charakter haben im Politischen sieht anders aus, Herr Lederer.

Dienstag, 14. November 2017

Möge keiner sagen... Buchtipp

Fariss Wogatzki über Palästina: "Möge keiner sagen er hätte es nicht gewusst!"


Die "Fackel" des HERAKLES


Buchtipp von Harry Popow

Herbst 2017: Das Maß des Erträglichen ist längst überschritten: Zum wiederholten Male lieferte der deutsche Imperialismus Waffen an den israelischen Staat, den Staat, der im Namen des Zionismus dem palästinischen Volk jedes Existenzrecht abspricht und dabei ist, dieses Volk von der Landkarte auszulöschen. Jüngst drei Dolphin-U-Boote, die sich mit Nuklearwaffen(!) bestücken lassen, sowie mehrerer Kampfboote. Und die Waffenlobby reibt sich die Hände. Es ist also Zeit, „den Problemen scharf ins Gesicht“ zu sehen und den Knoten nicht nur zu kennen, sondern ihn auch zu lösen, wie Aristoteles riet.

„Wer einer Sache recht auf den Grund kommen will, für den ist das erste Erfordernis dies, dass er den Problemen scharf ins Gesicht sehe. Denn die nachher zu erlangende Einsicht hängt an der Lösung der vorher ins Auge gefassten Probleme; wer den Knoten nicht kennt, der kann ihn auch nicht lösen.“ (Aristoteles, griechischer Philosoph, Schüler Platons, Lehrer Alexanders des Großen von Makedonien, 384 bis 322 vor unserer Zeitrechnung)

Und wieder einmal ist HERAKLES, einer der tapfersten und der gewaltigste Held der griechischen Sage, genötigt, auf die neunköpfige Hydra, eine Tochter der Schlange Echidna, vernichtend einzuschlagen. Dabei hatte HERAKLES diesem Ungeheuer nach 1945 im Nürnberger Kriegsverbrecherprozess tüchtig die Leviten gelesen. Was damals nach endgültiger Zerschlagung aussah, erhob sich bald wieder im Westen Deutschlands, erholte sich erst recht nach der Vereinnahmung der DDR 1989. Und nun greift es unter dem Diktat der USA und der NATO überall in der Welt wieder an, liefert Waffen an den vermeintlichen Judenstaat. So lenkt das mehrköpfige Ungeheuer von der eigenen Kriegsverbrecherschuld ab und gibt sich als verantwortlich für den Weltfrieden aus.

Fariss Wogatzki, nennen wir ihn zurecht HERAKLES, ist, so erfährt man es in einem Interview mit ihm, ein in der DDR aufgewachsener sehr politisch wacher Autor. Er (geb. 1971) ist Nachkomme eines arabischen Vaters, der in den 1960ern in die DDR gezogen ist, und einer deutschen Mutter. Sein Onkel Benito Wogatzki (Halbbruder des Vaters des Autoren), war ein berühmter Funk- und Fernsehautor in der DDR. Seit 2010 ist er im öffentlichen Dienst im Großraum München tätig. Zur Frankfurter Buchmesse 2017 ist sein Buch "Möge keiner sagen, er hätte es nicht gewusst!" im Zambon Verlag erschienen. Zur Realisierung des 471 Seiten umfassenden Solidaritätsbuches mit den unterdrückten Palästinensern fördert er die Produktion des Buches und verzichtet auf das Autorenhonorar. 

Der Autor vermittelt – wie es vor ihm auch andere getan haben, die Erkenntnis: Lässt du auch nur ein Wort der Kritik am Staat Israel verlauten, dann wirst du als Antisemit beschimpft, verklagt, in die Schattenseite der marktgetriebenen Gesellschaft gestellt, abgestempelt, die sogenannte Schuld „des deutschen Volkes“ am Holocaust nicht abarbeiten zu wollen.

Nein, er geht nicht mit dem Säbel gegen die Hydra vor, das macht man heutzutage mit kräftigen und aufklärerischen Worten und mit der erleuchtenden Fackel in der Faust, so zum Beispiel mit dem 471-seitigen Buch „Möge keiner sagen, er hätte es nicht gewusst!“ Er tritt damit u.a. an die Seite solcher gesellschaftskritischer Autoren wie Evelyn Hecht-Galinski, Petra Wild oder Uri Avnery, zu deren israelkritischen Büchern der Rezensent ebenfalls Texte geschrieben hat.

Die Struktur des Buches weist Besonderheiten auf. Die 59 Kapitel bilden keinen zusammenhängenden wissenschaftlichen Exkurs, auch keine reine intellektuelle Polemik, keinen Erlebnisbericht und auch nicht nur eine Aufzählung von Beispielen. . Es ist ein Mix aus Fakten, Kommentaren, persönlichen Eindrücken und Polemiken. Der Autor beginnt in der Regel mit einem Geschehnis aus der gesellschaftlichen Praxis – so u.a. UNO, Juden, BRD, Finanzpleite, Hamas, Palästina, Medien, palästinisches Mädchen, Morde und Massaker -, um nur wenige Beispiele zu nennen. Daran schließen sich Belege und Zitate von Politikern, Publizisten und Künstlern an sowie emotional starke Kommentare des Autors. In jedem Fall kommt er stets auf den kriegerischen israelischen Staat zurück, auf die Massaker gegenüber den Palästinensern und auf das Weggucken der Regierung der BRD und ihrer Medien. So ist man beim Lesen dazu angehalten, jeden Fakt politisch zu bewerten und eigene Schlussfolgerungen zu ziehen. Es ist das Konkrete, aus dem Abstraktionen abzuleiten sind.

Die Tötungsmaschinerie

An Beispielen wird Israel und dessen Unterdrückungssystem sowie die Methoden der Angriffe gegenüber Palästina beleuchtet. Zur Erinnerung führt der Autor auf Seite 16 die Nakba des Jahres 1948 ins Feld, „...eine seit 1948 bestehende Katastrophe...“, legalisiert durch die „Resolution 181 der Vereinten Nationen...“ (S.16) „Mit der Nakba begann die Vertreibung der Palästinenser“ und die kontinuierlich-etappenweise Ausrottung des palästinensischen Volkes. Ein Massenmord, qualitativ mit dem deutschen Massenmord an Menschen aus ganz Europa zu vergleichen. (S.324) „Hunderte palästinensische Dörfer wurden dem Erdboden gleich gemacht, Palästinenser ermordet, hingeschlachtet und vertrieben“. Israels Kultur? Mit Beton-Wohnanlagen, Stacheldraht, Betonmauern, Wachschutz, Siedlerterror? Eine am imperialistischen Reißbrett konstruierte Kultur. (S. 169) Wenn der Autor beispielsweise die Äußerung des Ministerpräsidenten Menachem Begin „Palästinenser sind Tiere auf zwei Beinen“ zitiert, dann sei die Ähnlichkeit zur NS-Ideologie frappant. Der Zionismus, als der Staatsideologie Israels, zeige sich in Maßlosigkeit, Egoismus, Dreistigkeit, Herrschsucht und rüdes Verhalten. (S. 30) Er habe sich von einer kleinen Minderheit um 1920 zu einem staatlichen Machtmonopol entwickelt. So zeige sich Israel, „allein auf Besitz, auf Modernität, materielle Anhäufung und seiner daraus resultierenden Überlegenheit“, verbunden mit dem darin liegenden Atheismus, „als Kern einer rassistischen und völkischen Gemeinschaft“. Die nicht dazugehören werden ausgegrenzt. Dies sei gleichzeitig „eine Form des Regierens des Finanzkapitals“. (S.32) Auf Seite 51 schlussfolgert der Autor: „Das terroristische Staatsgebilde Israel stellt eine Verletzung der jüdischen Religion dar, ist gegen die Vernunft und gegen internationales Recht.“ Dessen Bombardements und der Rassismus gegen die Palästinenser werden von der UNO hingenommen, und nicht nur von dieser. (S. 51)

Deutschlands Mitschuld

Daumen hoch besonders dafür, dass Fariss Wogatzki als HERAKLES des Ostens die Mitschuld der BRD und ihrer bürgerlichen Medien an den Verbrechen gegenüber den Palästinensern ins Visier nimmt. So werden die Waffenlieferungen an Israel als „immerwährende Verantwortung“ und „Unterstützung zur Selbstverteidigung“ umschrieben. (S. 53) Jude sei nach bundesdeutscher Ansicht derjenige, „der die Sache Israels“ verteidige. Dies werde „nicht nach religiöser Zugehörigkeit zum Judentum, sondern nach ideologischen Vorstellungen ausgemacht“. (S. 60)

Auf’s Korn nimmt der Autor die so genannte Staatsräson, die Leugnung der ethnischen Säuberung und der Kriegsverbrechen an den Palästinensern, dass Menschenrechtsaktivisten Antisemiten seien, dass Nazieliten nach 1945 staatlicherseits tabuisiert wurden. (S. 17) Sehr spitz und mit Recht greift er die Ausblendung von Tatsachen durch die Bundeskanzlerin an. Sie rede von einer historischen Verantwortung gegenüber der Shoa, ignoriert aber die größte Opfergruppe der Sowjetrussen sowie den deutsch-faschistischen Massenmord „an Menschen aus vielen Nationen und Ländern“. Ausgeblendet werden auch die Verbrechen Israels. (S. 204/205) Der deutsche Imperialismus, um sich selbst zu schützen, sagt nicht, die Massenmorde an Menschen aus vielen Ländern seien „im Namen der reaktionärsten Elite Deutschlands, der deutschen Wirtschaft, der deutschen Rüstungsindustrie, der deutschen Bankhäuser, der deutschen Regierung“ geschehen, sondern, so Merkel in der Knesset 2008, „im deutschen Namen“. (S. 153/154) Ohne Kommentar!

Wo der Knoten liegt

Wer den Knoten (gemeint sind die Ursachen jeglicher Realitäten, H.P.) nicht kennt, mahnte Aristoteles, kann ihn auch nicht lösen. Fariss Wogatzky kennt den Knoten und nennt ihn: Der „Faschismus als politische Strömung oder als offen terroristische Herrschaftsform ist gleichzeitig eine Form des Regierens des Finanzkapitals...“ (S. 32) Auf Seite 46 heißt es, dem Faschismus, dem Imperialismus seien alle Wurzeln zu ziehen. So ist also von Israel als demokratischer Faschismus, zionistischer Staatsterrorismus, auch als Frontstaat imperialistischer Interessen die Rede. Gleichfalls als faschistischer Staat. (S.46) Wörtlich heißt es auf Seite 203: „Der Imperialismus ist in seiner Gesamtheit ein zerstörerisches Hirngespinst gegaukelter Demokratie, der Idee, Menschen stünde im Imperialismus so gut wie alles offen. Dies bereitet doch mehr Furcht als Freude.“ Vier Seiten weiter: „Im Imperialismus, im kapitalistischen System gibt es keine, auch keine demokratische Verantwortung. Er beinhaltet keinen Realitätsbezug, weder für die Gegenwart, schon gar nicht für die Zukunft.“ Schlussfolgernd stellt der Autor fest, die Reden der Merkel seien hinlänglich Mittelmaß. Diesen und anderen Reden der Politiker gehen aus der fehlgeleiteten Gesinnung hervor: „Sie fokussieren eine generelle Problematik auf ausgewählte Punkte und eliminieren ganzheitliche Gesellschaftsproblematiken“. Kurz: Sie gehen nicht auf die Ursache von Gewalt in der Gesellschaft ein. (S. 210/211) Lesenswert zu den Ursachen zum Schaden der Gesellschaften sind auch die Argumente des Autors auf Seite 399 zum Thema Globalisierung.

Den Eliten Paroli bieten

Es ist nach Ansicht des Rezensenten die schwierigste Frage, die im Raum steht: Wer und was kann etwas tun, um der Mitschuld am Verbrechen gegenüber dem palästinensischen Volk, mehr noch, der Übermacht der vielköpfigen Hydra in Form des weltweit agierenden Imperialismus Einhalt zu gebieten, das Ende der israelischen Besatzung über die Westbank mit Ost-Jerusalem und dem Gazastreifen? Es reiche zum Beispiel nicht, so der Autor auf Seite 125, „dass die Bundesregierung und die Europäische Union nur bezahlen. An die Millionen müssen politische Forderungen und Garantien an Israel gekoppelt werden“. Das Wort richtet der Autor vor allem an vernunftorientierte Menschen mit Verstand, alles zu unternehmen, dass „Merklismus und Imperialismus endlich aus Deutschland heraus getragen werden“. (S. 294) In einem Aufruf auf Seite 386 lesen wir: Für das Ende der Apartheid und des Völkermordes, gemeinsam mit den Palästinensern und allen friedliebenden Menschen auf der ganzen Welt. Gegen Ausbeutung, gegen Vertreibung, gegen Krieg, gegen Wirtschaftsfaschismus, Bankokratie, Blendokratie, Scheindemokratie. Jeder kann helfen.

Schließlich ergänzt Evelyn Hecht-Galinski im Klappentext: Gerade auch jüdische Bürger, ebenso wie nicht-jüdische Bürger sollten dieses Buch unvoreingenommen lesen, denn Fariss Wogatzki arbeitet nur mit Tatsachen und belegt alle genannten Fakten“.

Sie, eine Deutsche mit jüdischer Herkunft. Sie, die Tochter des einstigen Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Heinz Galinski (1912-1992). Ihr Motiv: „Ich habe mir das Lebensmotiv meines Vaters zu eigen gemacht: ´Ich habe Auschwitz nicht überlebt, um zu neuem Unrecht zu schweigen.´“

Mit 471 Seiten kommt da auf den politisch wachen Leser etwas zu, was den Herrschenden wie ein Donnerkeil als angeblich ideologisch gefärbtem Rassenhass entgegengeschleudert wird, den Vernunftbegabten allerdings als erhellende politische Aufklärung in Bezug auf das „andauernde Leid der Palästinenser“, erzeugt durch einen triefenden neuen Antisemitismus in Deutschland, „der Philosemitismus, der sich wie eine politische Epidemie verbreitet hat“. (S. 9) Die „Fackel“ des HERAKLES möge den Weg erleuchten, und nicht nur den...





Fariss Wogatzki
Möge keiner sagen er hätte es nicht gewusst!
Mit einem Vorwort von Evelyn Hecht-Galinski

Zambon Verlag, Frankfurt 2017
472 Seiten, 19,90 Euro

Online-Flyer Nr. 637  vom 15.11.2017


(Erstveröffentlichung dieses Buchtipps in der NRhZ)

EU auf Kriegskurs


Militarisierung der EU


Kooperationsvereinbarung »Pesco«


Von Jörg Kronauer

Am Montag haben sie 23 der 28 EU-Staaten unterzeichnet: Die Notifizierungsurkunde für »Pesco«, die »Ständige Strukturierte Zusammenarbeit« (»Permanent Structured Cooperation«) der EU. »Pesco« – das klingt neutral, ganz so, wie wenn es um Alltägliches ginge, um Dinge wie IBAN, Gema oder BAföG. Tatsächlich aber geht es, wie Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen gestern betonte, um die faktische Gründung der europäischen Sicherheits- und Verteidigungsunion. Auch das ist bekanntlich nur verdummende PR, denn wer Verteidigung sagt, meint Krieg, und der Krieg steigert erfahrungsgemäß nicht die Sicherheit, sondern die Unsicherheit. Und die Zahl der Leichen. »Pesco« reiht sich da ein: Unter diesem Kürzel werden künftig die Kriege der EU – der in Feiertagsreden vielgepriesenen Friedensnobelpreisträgerin – vorbereitet.

Man sollte nicht verschweigen, dass das Militarisierungsprogramm namens »Pesco« aus dem Eingeständnis einer Niederlage erwachsen ist. Eine umfassende EU-Armee wollte vor allem die Bundesrepublik stets gründen, um weltweit mit mehr Schlagkraft interventionsfähig zu sein, als es die Bundeswehr alleine vermag. Das Vorhaben ist nicht durchsetzbar gewesen. Zur Gründung der »EU-Battlegroups« hat es immerhin gereicht, doch diese sind aufgrund der ständigen Differenzen in der Union noch nie zum Einsatz gekommen. Nun soll der Versuch, eine EU-Streitmacht »von unten« aufzubauen, das Dilemma lösen: Hier ein gemeinsames medizinisches Einsatzkommando, dort ein Logistikdrehkreuz oder eine Offiziersschule – und alles klingt nicht viel spektakulärer als das nichtssagende »Pesco«. Nur: Setzt man die Elemente einmal zusammen – und das könnte in wenigen Jahren geschehen –, dann ist man an einer schlagkräftigen EU-Armee sehr nah dran. Die Beteiligung an »Pe sco« verpflichtet 23 EU-Staaten denn auch nicht nur dazu, ihre Militäretats zu erhöhen. Sie legt sie auch auf »substantielle« Beiträge zu künftigen EU-Interventionen fest.

Dabei ist »Pesco« flexibel. Man kann diejenigen Staaten, die – wie etwa Polen – enge Bindungen zu den USA anstreben, beruhigen, denn ein medizinisches Einsatzkommando lässt sich natürlich auch in NATO-Einsätze schicken. Man kann es ebenso der UNO für »Blauhelmmissionen« zur Verfügung stellen, was offiziell noch neutralen EU-Mitgliedern wie Österreich, Finnland oder Schweden die Beteiligung ein wenig erleichtern mag. Gleichzeitig aber macht die EU-Kommission aus ihrem eigentlichen Ziel keinen Hehl: Es geht ihr, so hat sie mit Blick auf »Pesco« ausdrücklich bestätigt, um »strategische Autonomie«, also darum, bei Bedarf eben auch ohne die USA und die NATO militärisch eingreifen zu können – als Weltmacht eben. Mit Trump hat das übrigens gar nichts zu tun: Ihren Anlauf zur engeren Militärkooperation »von unten« hat die EU bereits im Sommer 2016 gestartet, als noch niemand ernsthaft mit dem Sieg des jetzigen US-Präsidenten rechnete. Treibende Kraft war damals Deutschland. Dessen weltpolitisches Aufwärtsstreben aber hängt nicht davon ab, wer gerade das Weiße Haus bewohnt.



Samstag, 11. November 2017

Mitautoren zu "EISZEIT-BLÜTEN"

Was Mitautoren zu ihrem Buch „EISZEIT-BLÜTEN“ sagen


ALEX

Hallo Harry, das Beste zuerst:Vorhin kam unser Buch. Renate hat es gleich abserviert. Die große Schrift gefällt. Und sie ist gespannt auf den Inhalt. Damit ist sie nach unserer jüngsten Enkelin die zweite Interessierte. Nach Renates Lesen erwarte ich ihre Kritik Und dann bekommt meine Enkelin ein Exemplar. Weil sie wirklich Interesse an unsren Leben zeigt. Auch ihr Vater hat Interesse signalisiert.



Ich habe in unserem Buch heute mal von hinten her gelesen und mit dem EPILOG begonnen. Was vorher im Buch zu finden ist, das weiß ich ja. Also ich muss schon sagen, Dein Epilog bestätigt mir nochmal, dass wir gut daran taten und tun, ALLES aufzuzeichnen. Es befreit vom unguten und das Gewissen belastenden Gefühl, das durch Schweigen entsteht. Nichts darf vergessen werden. Auch eigenes Versagen nicht. Wenn es auch keine absolute Wahrheit gibt und ALLES im Zusammenhang von Zeit und Raum zu sehen ist, Verschweigen dürfen wir nichts.

Hanna

Gestern, endlich!, kam das Buch. Ich habe mich gleich draufgestürzt. Was ich von und zu Alex gelesen habe, überzeugt mich. In jeder Zeile! Ich bin gerade bei den Eiszeitblüten, bei den Zitaten. Was ich bisher gelesen habe, ist im großen und ganzen auch meine Sicht. Es war eine Riesenarbeit, dieses Buch herauszubringen, Harry, wir und die noch kommen haben Dir viel zu danken. Ich weiß, was an einem Buch dranhängt, und erst recht an so einer Sammlung! Du hast versucht, es zu vermeiden, aber ein bisschen Sehnsucht ins Gestern kann ich zwischen den Zeilen dennoch lesen. Aber das ist verständlich angesichts heutiger Verhältnisse.

Das Buch enthält in jeder Zeile ein Lebensgefühl, das uns genommen wurde, an das immer wieder erinnert werden muss, damit es nicht verlorengeht und die nach uns kommen es aufgreifen können. Es ist ein Vermächtnis.


Judith

Heute Abend begann ich in Deinem (unserem) Buch zu lesen und schon beginnend habe ich viele Gedanken dazu. Es beginnt mit Glück und   Liebe als ein wichtiges Fundament, um das Leben zu meistern und geht dann über in uns bewegende Probleme. Das hat sich aus bestimmten Gründen für mich nicht so ganz erfüllt. Sicher wird Dir aufgefallen sein, dass ich über Kriegserlebnisse und persönliches Glück nichts geschrieben habe. Auch ich habe den Krieg mit aller Härte erfahren müssen... Noch heute holen mich viele Ereignisse immer wieder ein...

Einige Erlebnisse hatte ich auch diese Woche: Besuch eines Theaterstückes im BE von Camus, ein ganz aktuelles philosophisches und politisches Thema, es war ausverkauft, die meisten Besucher junge Leute, die nach Antworten suchen und sie nicht bekommen. Es wir ja generell nur kommentiert, nicht warum und nicht, welche Alternativen es geben könnte.
Gestern im Museum  Barberini "Hinter der Maske" - Künstler in der DDR. Ich hätte es mir wirklich ersparen können. Man kann es nicht lassen uns zu verunglimpfen und  eine volksnahe und sozialistische Kultur madig zu machen. Ich könnte es ja noch ertragen, aber der Jugend, der auf allen Ebenen  die angeblich kommunistische Diktatur teilweise noch im Zusammenhang mit der Nazidiktatur ständig eingehämmert wird, muss ja schließlich daran glauben. Anschließend im Landtag zu einer Führung. Eine Abgeordnete führte uns durch das Haus. Meine Frage, wie sie die Sicherheit in Brandenburg beurteile und welche Perspektiven und Lösungen es gäbe, wollte sie nicht klar beantworten Sie muss ja optimistisch sein, sonst kann sie diesen Job ja nicht machen.

DDR Bauten werden trotz Proteste der Potsdamer Bürger abgerissen und man ist stolz, dass  Potsdam wieder wie zu Friedrichs Zeiten wird und die Garnisonskirche wieder aufgebaut wird und wo die Kriege für Gott und Vaterland abgesegnet wurden.

Heute hatte ich 2 Freikarten Für ein Baskettballspiel in der Mercedes Benz Arena. Da  war ein Höllenlärm, die verteilten Pappen wie Fächer  klatschten sich die Leute auf die Schenkel, ständiges Trommeln, ohrenbetäubende Musik und in den kurzen Pausen für die Spieler die tanzenden Mädchen mit den goldenen und silbernen Puscheln, dazu ständige Werbung für Autos als Klimakiller. 13.800 Besucher waren da, bestimmt nicht alles Sportinteressierte, aber Party und Spaß, Brot und Spiele. Die Sicherheitsbestimmungen - so noch nicht erlebt. Taschengröße wie ein A 4 Bogen, bei der 2. Kontrolle moniert, 2 cm zu breit, dann zurück zur Abgabestelle für 2,- EU Riesenschlange weil nur 1 Person zur Annahme. Wieder zum Eingang Taschenkontrolle, dann durch den Sicherheitsbogen und Körpervisite. Kontrollpersonen nur junge Flüchtlinge, da machte ich mir so meine Gedanken, wie selbstbewußt und bestimmend sie aufgetreten sind und was das brutale System uns eingehandelt hat und wie wird es weitergehen ?  Der ökologische Wahnsinn tut sein übriges. Ich war völlig überrascht, wieviel neue Häuser entstanden sind. Der Bauboom läuft, das ist wichtig, dass die Profite fließen, völlig unwichtig Fluchtursachen auch für die Zukunft zu beseitigen.


LOTTI

Sie verfasste dankenswerterweise unter dem Titel „BLÜTENLESE“ die Rezension zu unserem Buch, veröffentlicht nicht nur in der Neuen Rheinischen Zeitung.





Harry Popow: „EISZEIT-BLÜTEN. ROTE-NELKEN-GRÜßE AUS BLÜHENDEN LANDSCHAFTEN“, Taschenbuch: 508 Seiten, Verlag: Independently published, Brokatbook Verlag, (17. September 2017), Sprache: Deutsch, ISBN-10: 1549766864, ISBN-13: 978-1549766862, Größe und/oder Gewicht: 14 x 3,2 x 21,6 cm, Preis: 12,50 Eurohttps://www.amazon.de/EISZEIT-BL%C3%9CTEN-ROTE-NELKEN-GR%C3%9C%C3%9FE-AUS-BL%C3%9CHENDEN-LANDSCHAFTEN/dp/1549766864/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1508245074&sr=1-1&keywords=EISZEIT-BL%C3%9CTEN

NATO - Verschärfte Kriegsvorbereitung


Nato-Gipfel verschärft Kriegsvorbereitungen gegen Russland


VERÖFFENTLICHT VON LZ ⋅ 11. NOVEMBER 2017

von Alex Lantier – ww.wsws.org



Am Mittwoch und Donnerstag trafen sich die Verteidigungsminister der Nato-Staaten in Brüssel, um über Pläne für eine umfangreiche militärische Eskalation in Europa zu diskutieren. Während die Trump-Regierung mit ihren Drohungen eines Atomangriffs gegen Nordkorea den Konflikt mit Russland und China im Pazifik schürt, plant die Nato eine umfassende Aufrüstung ihrer Militäranlagen in Europa für einen Krieg gegen Russland sowie eine erneute Intervention in Afghanistan.

Die Nato plant den Aufbau von zwei großen militärischen Kommandozentren in Europa. Eines davon, das sich vermutlich in Frankreich oder Portugal befinden soll, würde große Marineoperationen wie den Transport von US-Truppen nach Europa oder die Zerstörung russischer Kriegsschiffe im Atlantik koordinieren. Das zweite soll vermutlich in Deutschland oder Polen aufgebaut werden und würde den Bodentransport von Nato-Truppen durch Europa für einen Angriff auf Russland koordinieren. Es soll unter anderem sicherstellen, dass die schnelle Verlegung von Nato-Stoßtruppen nach Osten nicht durch innere Grenzen in Europa verlangsamt wird.

Das Nachrichtenmagazin Der Spiegel schrieb vor dem Gipfel in einem Artikel über diese Nato-Pläne ganz offen: „Im Klartext: Die Nato bereitet sich auf einen möglichen Krieg mit Russland vor.“

Auf der Pressekonferenz in Brüssel versuchte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg, Russland die Schuld für diese Situation zu geben: „Am Ende des Kalten Krieges haben wir die Kommandostruktur reduziert, weil sich die Spannungen verringert haben.“ Aber mittlerweile habe Russland „bereits seit vielen Jahren stark in seine militärischen Fähigkeiten investiert und seine militärischen Fähigkeiten modernisiert, die nicht nur konventionelle, sondern auch nukleare Streitkräfte umfassen. Außerdem hat es seine Bereitschaft gezeigt, mit militärischen Mitteln gegen einen Nachbarstaat wie die Ukraine vorzugehen. Und natürlich muss die Nato in der Lage sein, darauf zu reagieren.“

Die Behauptung, die Nato-Aufrüstung sei eine Reaktion auf Russlands Aggression, ist eine politische Lüge. Russland führt seine Militärübungen auf seinem eigenen Boden durch. Die Nato hingegen, die seit über zwei Jahrzehnten Krieg im Nahen Osten führt und 2014 einen Putsch gegen die pro-russische Regierung in der Ukraine organisierte, schickt jetzt ihre Truppen an die russische Grenze. Trumps Drohungen am Jahrestag des US-Atomangriffs auf Nagasaki, Nordkorea „mit Feuer und Wut, wie die Welt sie noch nie erlebt hat“, auszulöschen, zeigt den Wahnsinn dieser aggressiven Politik der imperialistischen Nato-Mächte.

Bei dem Gipfeltreffen in Brüssel machten die Vertreter der Nato deutlich, dass sie einen großen Landkrieg in Europa planen, der sich gegen Russland richtet, die zweitgrößte Atommacht der Welt. Der litauische Verteidigungsminister Raimondas Karoblis erklärte, der Aufbau der neuen Basen sei von entscheidender Bedeutung, da Verzögerungen beim Transport von Truppen und Waffen durch Europa im Falle eines Kampfs gegen das russische Militär „mehr Todesopfer, zusätzliche Risiken und Verluste“ bedeuten würden. Weiter erklärte er: „Zeit ist dabei ein wichtiger Faktor.“

Die Washington Post erklärte zu Karoblis’ Äußerungen: „Die Geschwindigkeit, mit der die Nato auf eine russische Aggression reagieren kann, könnte entscheidend dabei sein, ob man die Nato-Grenzen verteidigen oder bereits verlorene Gebiete unter viel größeren Anstrengungen zurückerobern muss.“

Solche Diskussionen über die Kriegspläne der Nato verheimlichen gegenüber der Öffentlichkeit, dass die Nato einen Krieg plant, der sich schnell zu einem verheerenden nuklearen Schlagabtausch zwischen der Nato und Russland entwickeln könnte. Die Folge wären hunderte Millionen oder sogar Milliarden Tote.

Regierungsvertreter und außenpolitische Experten erkennen diese Tatsache allgemein an. Mike Kofman von der US-Denkfabrik Center for Naval Analyses schrieb: „Das Problem mit der Fixierung auf konventionelle Abschreckung im Baltikum ist, dass es im Gegensatz zur früheren Konfrontation zwischen der Nato und dem Warschauer Pakt zahlreiche Möglichkeiten einer nuklearen Eskalation gibt. Die meisten russischen Experten, die ich unter den Militäranalysten kenne, auch diejenigen in Russland, halten es für äußerst unwahrscheinlich, dass ein konventioneller Kampf mit der Nato konventionell bleibt.“

Die US-amerikanische Fachzeitschrift National Interest ging auf ihrer Website auf die Gefahr eines Kriegs zwischen der Nato und Russland im Baltikum ein: „Ein solcher Krieg würde so gut wie sicher in einen offenen Atomkrieg zwischen den beiden atomaren Supermächten der Welt eskalieren. Das bedeutet, es gäbe nur Verlierer.“

Dennoch wurde auf dem Gipfel in Brüssel aggressiv für eine Nato-Aufrüstung in den baltischen Staaten und Skandinavien gegen Russland geworben. Finnland und elf andere Staaten planen im Rahmen eines Programms den Kauf von großen Mengen amerikanischer Luft-Boden-Präzisionswaffen. Zuvor hatte Schweden im September seine größte Militärübung seit 23 Jahren abgehalten, an der 19.000 schwedische Soldaten mit französischen, dänischen, finnischen, norwegischen, estnischen und litauischen Truppen teilnahmen. Im März hatte Schweden bereits die Wehrpflicht wiedereingeführt – laut Vertretern des Verteidigungsministeriums als Vorbereitung auf einen Krieg mit Russland.

Auf dem Nato-Gipfel wurden auch allgemein Kriegspläne für die ganze Welt diskutiert. Die EU-Mächte verpflichteten sich, die USA bei der Besetzung von Afghanistan mit weiteren 3.000 Soldaten zu unterstützen. Angesichts eskalierender Spannungen zwischen der Türkei und seinen Hauptverbündeten in der Nato, den USA und Deutschland, hat sich die Türkei Berichten zufolge mit Frankreich, Italien und Spanien auf eine Zusammenarbeit bei der Entwicklung von Raketensystemen für die Türkei geeinigt.

Die objektiven Wurzeln des Kriegskurses liegen in der Politik der Nato-Mächte, allen voran der USA, die seit der Auflösung der Sowjetunion durch die stalinistische Bürokratie 1991 vorangetrieben wurde. Washington hat, mit Unterstützung verschiedener europäischer Mächte, im Irak, in Jugoslawien, Afghanistan, Libyen, Syrien und vielen anderen Ländern Krieg geführt. Washingtons Ziel war es, seine militärische Stärke zu nutzen, um seine internationale Hegemonialstellung als mächtigster Nato-Staat zu festigen und die eurasische Landmasse zu dominieren. Allerdings entwickelten sich diese Kriege zu schrecklichen, blutigen und kostspieligen Katastrophen, die insgesamt Millionen Todesopfer forderten.

Während Washington mit einem großen Krieg in Ostasien droht, der die wachsende Herausforderung des US-Imperialismus durch China abwehren soll, nehmen auch innerhalb der Nato die Konflikte zu. Vor allem in den letzten drei bis vier Jahren haben sich die Spannungen zwischen den Nato-Großmächten verschärft. 2014 begann Deutschland mit der Remilitarisierung ihrer Außenpolitik, 2016 gewann Donald Trump die Wahlen in den USA und in demselben Jahr votierte Großbritannien in einem Referendum für den Austritt aus der Europäischen Union (EU), womit Amerikas engster militärischer Verbündeter in Europa die EU verlässt.

Kurz nach Trumps Wahlsieg traten diese Spannungen offen zutage, als der neue Präsident mit der Einführung von Zöllen drohte, um deutsche Autoexporte in die USA einzuschränken.

In einem Planungsdokument mit dem Titel „Strategische Vorausschau 2040“, das dem Spiegel vorliegt, prognostizierte die Bundeswehr einen möglichen „Zerfall der EU“ und den Ausbruch von Kriegen in Europa. Nach „Dekaden der Instabilität“ könnte folgende Situation entstehen: „Die EU-Erweiterung ist weitgehend aufgegeben, weitere Staaten haben die Gemeinschaft verlassen. Europa hat seine globale Wettbewerbsfähigkeit verloren. Die zunehmend ungeordnete, zum Teil chaotische und konfliktträchtige Welt hat das sicherheitspolitische Umfeld Deutschlands und Europas dramatisch verändert.“

Unter diesen Bedingungen bekräftigten Nato-Vertreter ihre Pläne für eine engere Zusammenarbeit mit der EU, während gleichzeitig EU-Staaten unter Führung von Deutschland und Frankreich ihre Pläne für ein gemeinsames Militärbündnis vorstellten. Am 13. November soll in Brüssel die Vereinbarung über die Ständige Strukturierte Zusammenarbeit (SSZ) unterzeichnet werden. Berichten zufolge sieht diese vor, Ressourcen für die Schaffung gemeinsamer EU-Waffensysteme und einer militärischen Kommandostruktur der EU zusammenzulegen und gemeinsame Operationen von EU-Truppen unterschiedlicher Nationalitäten zu unterstützen. Allerdings würde dieser Pakt nicht nur die USA ausschließen, sondern auch Großbritannien, das aus der EU austritt.

Die Vertreter der Nato sind sich bewusst, dass es in der europäischen Bevölkerung einen breiten Widerstand gegen einen Krieg mit Russland gibt. Deshalb schlugen sie vor, die EU könne dabei helfen, die breiteren Anstrengungen zur Propagierung des Kriegskurses zu koordinieren. Die Nato wird intensive Gespräche mit Regierungen, Banken und den Polizei- und Geheimdienstbehörden in ganz Europa führen. Ihre Aufgabe wird es sein, der europäischen Bevölkerung die Kriegspläne aufzuzwingen.

Stoltenberg erklärte: „Natürlich ist militärische Mobilität nicht nur eine Aufgabe des Militärs. Dafür braucht es die ganze Regierung. Deshalb ist es wichtig, dass unsere Verteidigungsminister unseren Innen-, Finanz- und Verkehrsministern die Erfordernisse des Militärs begreifbar machen.“

Die größte Gefahr in der gegenwärtigen Situation besteht darin, dass sich die Arbeiterklasse in Europa und weltweit nicht darüber bewusst ist, wie real die Möglichkeit eines katastrophalen globalen Krieges wirklich ist und wie verheerend die Verluste in einem solchen Konflikt wären. Deshalb betont die WSWS, dass es dringend notwendig ist, eine internationale Antikriegsbewegung aufzubauen, die sich auf die Arbeiterklasse und eine sozialistische und antiimperialistische Perspektive stützt. Wir rufen alle Leser auf, die WSWS aktiv bei der Verbreitung ihrer Perspektive zu unterstützen.

http://www.wsws.org/de/articles/2017/11/11/nato-n11.html 



Freitag, 10. November 2017

14. Dezember: Kölner Karlspreis

http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=24255  


Berlin, 14.12.2017: Kölner Karlspreis für Engagierte Literatur und Publizistik der Neuen Rheinischen Zeitung an Ken Jebsen

KenFM – ein "Organ der Demokratie"


Von Redaktion und Herausgebern der NRhZ


Darf mensch in einer Demokratie Fragen stellen, Argumente austauschen, gegensätzliche Positionen vertreten? Ja, aber nur zwölf Minuten lang. Das empfiehlt der Bundespräsident der Jugend bei „Jugend debattiert“. Darf ein Journalist Fragen stellen, Argumente durchleuchten, Positionen verschiedener Interessengruppen gegenüberstellen. Ja, aber nicht alle Fragen, nicht in öffentlichen Fernseh- und Rundfunkanstalten und nur mit genehmen Diskutanten. Warum die Macht der Macher unter Kontrolle gehalten werden muss, belegen einfache Beispiele der Kriegsrhetorik, die der Preisträger des Kölner Karlspreis für Engagierte Literatur und Publizistik, Ken Jebsen, ständig in seinem unabhängigen Medienkanal KenFM zur Debatte stellt: „So sind illegale NATO-Angriffskriege heute 'friedenssichernde Maßnahmen', bezahlte Killer werden uns als 'moderate Rebellen' verkauft und ein US-Präsident, der während seiner gesamten Amtszeit Krieg geführt hat, darf auf dem Kirchentag in Berlin über seine humanistische Grundhaltung faseln und bekommt Applaus von Christen, die glauben kritisch zu sein.“ (Ken Jebsen)

Ken Jebsen (Foto: arbeiterfotografie.com)
KenFM entlarvt – für Vertreter der Machtelite völlig unerträglich – Widersprüche und stellt die Grundlage in Frage, warum die „westliche Wertegemeinschaft“ seit nunmehr 16 Jahren einen letztlich unbegründeten, verheerenden „Krieg gegen den Terror“ führt. Ken Jebsen, der ehemalige erfolgreiche ARD-Moderator und heutige Betreiber des crowdfinanzierten Medienportals KenFM fordert eine Ost- und eine Westerweiterung der Friedensbewegung.
Für seinen aufklärerischen, unabhängigen, facettenreichen, urdemokratischen (Art. 5 GG) Journalismus erhält der vom Radiomann zum Fernsehmacher mutierte mutige Macher und Medienunternehmer Ken Jebsen den fünften „Kölner Karlspreis für Engagierte Literatur und Publizistik“ der Neuen Rheinischen Zeitung, deren historisches, von 1848 bis 1849 von Karl Marx herausgegebenes Vorbild sich als „Organ der Demokratie“ betitelte.
Die Preisträgerin und Preisträger der Vorjahre der vom Journalisten und Filmemacher Peter Kleinert (1937-2016) gegründeten Neuen Rheinischen Zeitung sind: Werner Rügemer (2008), Wolfgang Bittner (2010), Rolf Gössner (2012), Evelyn Hecht-Galinski (2014).
Festveranstaltung am 14. Dezember 2017 in Berlin
Babylon, Rosa-Luxemburg-Straße 30,
10178 Berlin (nahe Alex, gegenüber Volksbühne)
www.babylonberlin.de
Donnerstag, 14. Dezember 2017, 18 Uhr / Einlass 17:30 Uhr
Eintritt: 12 Euro,
Vorverkauf:
babylonberlin.de/ticketonline.htm
(dort zum Datum 14.12. scrollen)

Laudatio:

Mathias Bröckers (Enthüllungsautor mit satirischem Potential)

Redebeiträge:
Evelyn Hecht-Galinski (Kölner Karlspreisträgerin 2014)
Dirk Pohlmann (Teammitglied von KenFM-International)
Klaus Hartmann (Deutscher Freidenker-Verband)
Anneliese Fikentscher: 90 Jahre Arbeiterfotografie

Kulturprogramm:

Prinz Chaos II.
DIE BANDBREITE (Polit-Hip-Hop-Band)
General von Plattnitz
Gilad Atzmon (britischer Jazz-Musiker, Autor und Palästina-Aktivist)

Moderation:

Anneliese Fikentscher (NRhZ)
Ullrich Mies (Herausgeber „Fassadendemokratie“) 
Mitveranstalter ist der Bundesverband Arbeiterfotografie, der wie sein Vorläufer, die vor 90 Jahren gegründete Vereinigung der Arbeiterfotografen Deutschlands, im Sinne ihres Wegbereiters Willi Münzenberg die Praxis pflegt, die Öffentlichkeit gegen die Interessen der Machtapparate des Kapitals zu informieren.
Unterstützer: Euregioprojekt Frieden, Deutscher Freidenker-Verband, Mütter gegen den Krieg Berlin-Brandenburg, Landesverbände Berlin und Nordrhein-Westfalen im Deutschen Freidenker-Verband, DDR-Kabinett Bochum, Daniele Ganser (Swiss Institute for Peace and Energy Research SIPER), Claudia von Werlhof (Forschungsinstitut für Patriarchatskritik und alternative Zivilisationen FIPAZ), Willy Wimmer (Staatssekretär im Verteidigungsministerium unter Helmut Kohl), Weltnetz TV, free21.org, Rubikon – Magazin für die kritische Masse, Muslim Markt, KAOS Kunst- und Videoarchiv, Quartalsschrift DAS KROKODIL... 


Mittwoch, 8. November 2017

Erinnerung ohne Tiefgang - von Evelyn Hecht-Galinski


Kommentar vom Hochblauen


Es gibt NICHTS zu feiern


Von Evelyn Hecht-Galinski

Wenn am 9. November zum 78. Mal an die Kristallnacht erinnert wird und deutsche Politiker zusammen mit jüdischen Funktionären die immer wiederkehrenden Phrasen wie "Nie wieder" oder „Der Holocaust ist einmalig" und "Gegen das Vergessen" von sich geben werden, dann ist das eine Erinnerung ohne Tiefgang. Schließlich gibt es im besetzten Jerusalem für das palästinensische Volk fast täglich „Kristallnacht“! Wie kann man diesen Gedenktag ohne Gedanken an das heutige unrechtmäßige Geschehen in Palästina begehen? Wie ist es möglich, dass gerade die Erziehung auch in Deutschland zu recht den Holocaust als eines der größten Verbrechen der Menschheit einbezieht, aber die Verbrechen in Palästina so verleugnet. Nichts liegt mir ferner, als die Verbrechen des NS-Regimes zu relativieren, aber es schnürt mir das Herz ab, wenn ich sehe, wie Nachkommen der Verfolgten dieses Shoah-Verbrechens damaliges Unrecht mit heutigem Unrecht rechtfertigen. Unrecht ist niemals zu rechtfertigen und es gibt auch keine Entschuldigung für dieses Verhalten.

Zu neuem Unrecht nicht schweigen

Ich kann es nur immer wiederholen, dass ich zu Unrecht nicht schweigen kann, und so hat mich mein Vater als Auschwitz-Überlebender auch erzogen. Als er beschloss, nach Berlin zurückzukehren und das jüdische Leben in Berlin und Deutschland wieder aufzubauen, gegen ALLE Widerstände aus Israel, wurde sein Lebensmotto auch zur Triebfeder meines Handeln: "Ich habe Auschwitz nicht überlebt, um zu neuem Unrecht zu schweigen". Ich schweige nicht zu den Verbrechen, die heute im Namen eines "Jüdischen Staates" begangen werden und mit dem Holocaust gerechtfertigt werden.

Viel schlimmer allerdings ist es, wenn sich gerade Deutschland aus falsch verstandenen Schuldgefühlen bemüßigt fühlt, sich mit diesen Verbrechen zu solidarisieren. Damit wird die alte Schuld nochmals zu einer neuen, niemals wiedergutzumachenden Schuld.

Die Bundesrepublik der alten Prägung von Adenauer, Oberländer und Globke, dem "Kommentator" der Rasse- und Arisierungsgesetze, und die Zeit des "schönen, braunen" FDP-Mende waren durchsetzt von alten Nazis, die als Beamte übernommen wurden, weil sie wieder gebraucht wurden, und haben das Land bis in die 70er Jahre geprägt. Sie waren durch die Alliierten mit einem "Entnazifizierungsschein" wieder in Amt und Würde gekommen. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie ich meinen Vater darum kämpfen sah, zuerst als Verfolgter anerkannt zu werden und später als jüdischer Funktionär bei deutschen Politikern und Medien Gehör zu finden.

Es war auch die Zeit, als die USA in den Korea-Krieg verstrickt waren und die Deutschen als beständiges Bollwerk im kalten Krieges benutzt und gebraucht wurden, was sich bis zum heutigen Tag nicht geändert hat.

Ich kann mich auch noch sehr gut daran erinnern, wie mein Vater 1947 half, ehemalige KZ-Häftlinge und jüdische Heimkehrer in leerstehende Häuser unterzubringen. Noch heute wird das von dem "Stahlhelmjuden", dem ehemaligen Bundeswehr-Professor Michael Wolffsohn, als Antrieb genommen, um Heinz Galinski durch seinen "verklärten" Großvater und Häuserbesitzer in seinen diversen Büchern mit "Hass über Generationen" hin zu verfolgen. Wolffsohn versuchte alles, um meinen Vater zu diskreditieren, allerdings zum Glück ohne Erfolg.

Abkehr von der schuldbeladenen Solidarität mit Israel

Auch ich fühlte mich zu den sogenannten 68ern hingezogen und wandte mich angeekelt von der Verlogenheit gewisser Politiker und Parteien ab. Für mich war der "Deutsche Herbst" ein Aufbruch in eine neue Zeit. Gerade in Berlin war diese Stimmung ein Hoffnungsschimmer in Zeiten "Springernder Hetzpresse". Rudi Dutschke war ein Glücksfall für uns, der aber gegen dieses System keine Chance hatte. Auch faszinierte mich besonders, wie sich diese engagierten jungen Menschen für Palästina interessierten. Es war eine Abkehr von der schuldbeladenen Solidarität mit Israel. Ja, wir bäumten uns auf und wollten nicht mehr an der braunen Schuld beteiligt sein, die immer noch in Universitäten und Ministerien durch Professoren vertreten war.

Tatsächlich war Jassir Arafat für mich ein Held und ist es bis heute geblieben, im Gegensatz zu seinen heutigen Nachfolgern wie Präsident Abbas.

Am 2. November, als die britische Ministerpräsidentin May und Kollege Netanjahu bei einem festlichen Dinner das 100-Jahre-Jubiläum der Balfour Deklaration feierten, da konnte man sich nur angewidert von diesen Feierlichkeiten fühlen. Oppositionsführer Jeremy Corbyn tat das einzig richtige und wollte sich nicht daran beteiligen und sagte ab. Es ist schon eine traurige Vorstellung gewesen, die in Großbritannien und im "Jüdischen Staat" gefeiert wurde. Ganz bewusst wurde die "Gründung einer "nationalen Heimstätte des jüdischen Volkes" gefeiert, aber die Vertreibung von Hunderttausenden Palästinensern aus ihrer angestammten Heimat und dem heutigen Elend von Millionen von Palästinensern ausgeblendet. Hier wurde auch der Grundstein dafür gelegt, dass sich der Mythos vom "jüdischen Volk" bildete, indem die religiöse jüdische Gemeinschaft zu einem jüdischen „Volk“ deklariert wurde, um die "nationale Heimat" zu legitimieren. Damit hatte sich auch der schreckliche Traum Theodor Herzls vom "Judenstaat" und der "modernen" Lösung der Judenfrage erfüllt.

Lord Lionel Walter Rothschild, das zionistische Aushängeschild Großbritanniens, schwärmte von dem Abkommen als das "größte Ereignis" in der jüdischen Geschichte der letzten 1.800 Jahre. Erkaufte Rothschild mit der Unterstützung von Balfour im Wahlkampf dessen politische Zukunft und der Preis war die Deklaration?

Während also die Araber als Bollwerk gegen die Osmanen der britischen Zusage aus dem Jahre 1915 vertrauten, als "Belohnung" einen eigenen Nationalstaat zu erhalten, wurde mit der Balfour-Erklärung Palästina dem "Jüdischen Volk" als "nationale Heimstätte versprochen. Heute haben wir das gleiche Phänomen, indem der „Jüdische Staat“ als Bollwerk des Westens im Nahen Osten gilt und die „jüdisch -christlichen Werte“, gegen den Islam verteidigen soll.

Die Balfour-Deklaration umfasste zwar nur 67 magere Worte, dazu noch so schwammig formuliert, dass diese Erklärung Raum für zionistische Interpretationen ließ, die heute in illegaler Besatzung, ethnischer Säuberung und zu der "modernen Endlösung" der Palästinafrage wurde. Von Anfang an wurden die Rechte der "bestehenden nicht-jüdischen Gemeinschaften in Palästina" missachtet. Schließlich hatten die britischen Kolonialherren genau die gleichen Ideen wie die jüdischen Kolonialisten. Diesen Zionisten sollte es ermöglicht werden, Palästina zu kolonialisieren, um die arabische Bevölkerung zu "zivilisieren. Das entspricht übrigens genau meinen Erfahrungen, die ich bei Israel-Besuchen erlebte, wenn jüdische Reiseführer oder Bekannte sich immer abfällig über die "schmutzigen Araber" äußerten. Es war dieser jüdische Hochmut gegenüber den Palästinensern, den ich schon damals verabscheute.

Die Briten sollten sich für dieses Desaster endlich entschuldigen, anstatt es zu feiern. Tatsächlich wurde mit der Balfour-Deklaration der Grundstein für die ethnische Säuberung und illegale Besatzung Palästinas gelegt. Lord Balfour, der damalige britische Außenminister, ist im "Jüdischen Staat" fast überall präsent, schließlich haben fast alle der ehemaligen palästinensischen Dörfer, die heute zum illegal besetzten Palästina in jüdischer Hand gehören, einen Platz oder eine Straße nach ihm benannt, während die ursprünglichen arabischen Namen von den Zionisten getilgt wurden. So gab es nicht nur eine physische, sondern auch eine kulturelle ethnische Säuberung, die sich bis heute noch steigerte, indem das Netanjahu-Regime auch noch die arabische Sprache in den Hintergrund drängt.

Rechte der nicht-jüdischen Bevölkerung in Palästina berücksichtigen

Was im geheimen Sykes-Picot-Abkommen von den Briten und Franzosen ausgeklüngelt wurde, nämlich falsche Versprechungen, verstärkte sich in der Balfour-Erklärung. Warum wird heute immer wieder der entscheidende Satz nicht erwähnt. "Nichts soll getan werden, was die zivilen und religiösen Rechte der existierenden nicht-jüdischen Bevölkerung in Palästina infrage stellen könnte".

Alles, was bis heute nach dem Holocaust geschah, ist unzertrennbar mit der Gründung des "Jüdischen Staates" 1948 verbunden, die mit der Nakba, der Katastrophe für das palästinensische Volk endete, die mit dem Balfour-Abkommen begann. Das palästinensische Volk ist bis heute nicht entschädigt worden für die Verbrechen der Vertreibung und der Konfiszierung ihres Besitzes und ihrer Ländereien. Der "Jüdische Staat" hat sich als völlig friedensunfähig bewiesen, unterstützt von der heuchlerischen Staatengemeinschaft. Eine Entschuldigung für das Unrecht wäre nur ein kleiner, erster Schritt auf dem Weg zu einer Anerkennung Palästinas in den Grenzen von 1967. Tatsächlich scheinen diese Schritte genauso weit entfernt wie ein Frieden. Also bleibt uns nur die Hoffnung auf eine späte Gerechtigkeit in einem gemeinsamen Staat Palästina für alle seine Bewohner, Ethnien und Religionen.

Daran sollte gedacht werden, wenn der 78. Jahrestag der Kristallnacht begangen wird und die Balfour-Erklärung von vor 100 Jahren gefeiert wird. Ein Gedenken ohne diese Gedanken ist ein leeres Ritual und nicht mehr zeitgemäß! Solange gibt es NICHTS zu feiern!


Evelyn Hecht-Galinski, Tochter des ehemaligen Zentralratsvorsitzenden der Juden in Deutschland, Heinz Galinski, ist Publizistin und Autorin. Ihre Kommentare für die NRhZ schreibt sie regelmäßig vom "Hochblauen", dem 1165 m hohen "Hausberg" im Badischen, wo sie mit ihrem Ehemann Benjamin Hecht lebt. (http://sicht-vom-hochblauen.de/) 2012 kam ihr Buch "Das elfte Gebot: Israel darf alles" heraus. Erschienen im tz-Verlag, ISBN 978-3940456-51-9 (print), Preis 17,89 Euro. Am 28. September 2014 wurde sie von der NRhZ mit dem vierten "Kölner Karls-Preis für engagierte Literatur und Publizistik" ausgezeichnet.



Samstag, 4. November 2017

USA - mörderische Feldzüge


Mord an der Geschichte


VERÖFFENTLICHT VON LZ ⋅ 4. NOVEMBER 2017

von John Pilger- http://www.rubikon.news

Eines der am meisten gehypten “Ereignisse“ im amerikanischen Fernsehen, „Der Vietnamkrieg“, läuft nun auf PBS Network. Regie führten Ken Burns und Lynn Novick. Gefeiert für seine Dokumentationen über den Bürgerkrieg, die Weltwirtschaftskrise und die Geschichte des Jazz, äußert sich Burns wie folgt zu seinen Vietnamfilmen: „Sie werden unser Land dazu inspirieren, auf eine völlig neue Weise über den Vietnamkrieg zu sprechen und zu denken.“

In einer in weiten Teilen um jegliche historische Erinnerung gebrachten Gesellschaft, die der Propaganda ihrer eigenen „Einzigartigkeit“ erlegen ist, wird Burns‘ „vollkommen neuer“ Vietnamkrieg als „episches, historisches Werk“ präsentiert. Seine verschwenderische Werbekampagne preist seinen größten Unterstützer, die Bank of America, die 1971 von Studenten in Santa Barbara, Kalifornien, als Symbol für den verhassten Vietnamkrieg niedergebrannt wurde.

Burns erklärt, er sei “der gesamten Bank-of-America-Familie” dankbar, die „lange die Veteranen unseres Landes unterstützt hat”. Die Bank of America war eine unternehmerische Stütze für eine Invasion, die wohl nicht weniger als vier Millionen Vietnamesen getötet und ein vormals üppiges Land verwüstet und vergiftet hat. Mehr als 58.000 amerikanische Soldaten fielen, und ungefähr dieselbe Anzahl soll Schätzungen zufolge Selbstmord begangen haben.

Ich habe mir die erste Folge in New York angesehen. Gleich zu Beginn macht der Film seine Absichten glasklar. Der Erzähler sagt, der Krieg „wurde aufgrund einer verhängnisvollen Fehleinschätzung, amerikanischer Vermessenheit und aufgrund von Missverständnissen des Kalten Krieges von anständigen Menschen in gutem Glauben begonnen.“

Die Unehrlichkeit dieser Aussage überrascht nicht. Die zynische Inszenierung kriegerischer Handlungen des Gegners („false flags“), die zum Überfall auf Vietnam geführt hat, ist gut dokumentiert – der Tonkin „Zwischenfall“ im Jahr 1964, den Burns hier als historische Wahrheit darstellt, war nur eine davon. Die Lügen überdecken eine Vielzahl von offiziellen Dokumenten, allen voran die Pentagonpapiere, die der große Whistleblower Daniel Ellsberg im Jahr 1971 veröffentlichte.

Es gab keine Gutgläubigkeit. Der Glauben war verrottet und krebsartig. Für mich – und wohl für viele Amerikaner – ist es schwer, den Film anzusehen, der zusammengestückelt ist aus Landkarten, in die die „rote (Anm. d Ü. kommunistische) Gefahr“ eingezeichnet ist, aus Interviewpartnern, die man nicht einordnen kann, unpassend zusammengeschnittenem Archivmaterial und rührseligen Sequenzen vom amerikanischen Schlachtfeld.

In der Pressemitteilung zu der Serie in Großbritannien – auch die BBC wird letztere zeigen – werden keine toten Vietnamesen erwähnt, nur Amerikaner. „Wir alle suchen nach einem Sinn in dieser schrecklichen Tragödie“, mit diesen Worten wird Novick zitiert. Wie ungeheuer post-modern.

All dies wird jenen vertraut vorkommen, die beobachteten, wie der amerikanische Medien- und Popkulturkoloss das große Verbrechen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts bereinigt und dem Publikum aufgetischt hat: von The Green Berets und The Deer Hunter bis zu Rambo. Durch diese Vorgehensweise wurden spätere Angriffskriege legitimiert. Der Revisionismus hört niemals auf und das Blut trocknet nie. Der Angreifer wird bedauert und von seiner Schuld reingewaschen, während man „nach einem Sinn in dieser schrecklichen Tragödie sucht“. Stichwort Bob Dylan: „Oh, wo bist du gewesen, mein blauäugiger Sohn?“

Ich habe über die Begriffe “Anstand” und “Gutgläubigkeit” nachgedacht, als ich mir meine eigenen ersten Erfahrungen als junger Reporter in Vietnam ins Gedächtnis rief: Wie hypnotisiert beobachtete ich damals, wie Bauernkindern unter der Einwirkung von Napalm die Haut wie altes Pergamentpapier vom Körper fiel, und die Serien von Bomben, die versteinerte und mit menschlichem Fleisch behangene Bäume hinterließen. Der amerikanische Befehlshaber General William Westmoreland sprach von Menschen als „Termiten“.

In den frühen 70er Jahren kam ich in die Provinz Quang Ngai, wo in dem Dorf My Lai zwischen 347 und 500 Männer, Frauen und Kinder von amerikanischen Truppen ermordet wurden (Burns spricht hier lieber von „Tötungen”). Damals wurde das als ein Ausreißer dargestellt: eine „amerikanische Tragödie“ (Newsweek). In dieser einen Provinz waren schätzungsweise 50.000 Menschen dahin geschlachtet worden in der Epoche der amerikanischen „Frei-Feuer-Zonen“. Massentötungen. Das hatte keinen Nachrichtenwert.

Richtung Norden, in der Provinz Quang Tri, wurden mehr Bomben abgeworfen als in ganz Deutschland während des Zweiten Weltkrieges. Seit 1975 haben nicht explodierte Kampfmittel mehr als 40.000 Todesopfer gefordert, vor allem in “Südvietnam”, dem Land, das die Amerikaner zu „retten“ vorgaben und welches sie, zusammen mit Frankreich, als Teil einer überaus imperialistischen List konzipiert hatten.

Der “Sinn” des Vietnamkrieges unterschied sich in nichts vom Sinn des völkermörderischen Feldzuges gegen die Ureinwohner Amerikas, den kolonialen Massakern auf den Philippinen, den Atombombenabwürfe auf Japan und dem Niederbombardieren einer jeder Stadt in Nordkorea. Colonel Edward Lansdale, der berühmte CIA-Mann, nach dem Graham Greene die Hauptfigur seines Romans „The Quiet American“ entworfen hat, beschreibt das Ziel.

Lansdale erklärte, indem er Robert Tabers “The War of the Flea” zitierte: “Es gibt nur einen Weg, ein aufständisches Volk, das sich nicht ergeben will, zu bezwingen, nämlich: es auszulöschen. Es gibt nur einen Weg, ein Gelände zu kontrollieren, das Widerstand leistet, nämlich: es in eine Wüste zu verwandeln.“

Seitdem hat sich nichts geändert. Als Donald Trump am 19. September vor den Vereinten Nationen sprach – einem Gremium, das man ins Leben gerufen hatte, um der Menschheit „die Geißel des Krieges zu ersparen“ – erklärte er, er sei „bereit, willens und in der Lage dazu“, Nordkorea und seine 25 Millionen Einwohner „komplett zu zerstören“. Sein Publikum hielt den Atem an, doch Trumps Sprache war nichts Außergewöhnliches.

Seine Konkurrentin um das Präsidentenamt Hillary Clinton hatte damit geprahlt, sie sei dazu bereit, den Iran – ein Volk von über 80 Millionen Menschen – „völlig auszulöschen“. Das ist der „American Way“; nur die Euphemismen fehlen heute.

Bei meiner Rückkehr in die USA verblüfft mich die Stille und die Abwesenheit einer Opposition – auf der Straße, im Journalismus und in den Künsten, als ob der Dissens, der einst im „Mainstream“ toleriert wurde, sich nun in die Dissidenz zurückentwickelt hat: einen metaphorischen Untergrund.

Es gibt viel Lärm und Wut um und auf Trump, den Verhassten, den „Faschisten“, aber kaum Kritik an Trump als Symptom und Karikatur eines dauerhaften Systems von Eroberung und Extremismus.

Wo sind die Geister der großen Anti-Kriegs-Demonstrationen, die in den 70ern die Führung in Washington übernommen hatten? Wo ist die Entsprechung einer Anti-Atomwaffen-Bewegung, die in den 80ern die Straßen von Manhattan füllte und von Präsident Reagan den Abzug von nuklearen Kriegswaffen aus Europa forderte?

Die schiere Energie und moralische Beharrungskraft dieser großen Bewegungen war zum großen Teil erfolgreich; bis 1987 hatte Reagan mit Mikhail den Washingtoner Vertrag über nukleare Mittelstreckensysteme ausgehandelt, der quasi den Kalten Krieg beendete.

Geheimen Nato-Dokumenten zufolge, welche die “Süddeutsche Zeitung erlangt hat, wird dieses wichtige Abkommen wahrscheinlich aufgekündigt, da „die nukleare Zielplanung verstärkt“ wird. Der deutsche Außenminister Sigmar Gabriel hat davor gewarnt, „die schlimmsten Fehler des Kalten Krieges zu wiederholen… All die guten Abkommen zur Abrüstung und Waffenkontrolle von Gorbatschow und Reagan sind akut bedroht. Europa ist wieder in Gefahr, ein militärisches Übungsgelände für Atomwaffen zu werden. Dagegen müssen wir unsere Stimme erheben.“

Nicht so in Amerika. Die Tausenden, die letztes Jahr im Präsidentschaftswahlkampf für Senator Bernie Sanders “Revolution” auf die Straße gegangen sind, bleiben angesichts dieser Gefahren kollektiv stumm. Dass die meisten der Gewalttaten auf der Welt nicht von Republikanern oder Mutanten wie Trump begangen wurden, sondern von liberalen Demokraten, bleibt ein Tabu.

Barack Obama hat dem Ganzen die Krone aufgesetzt: Er führte sieben Kriege gleichzeitig – ein präsidentieller Rekord – und zerstörte mit Libyen einen modernen Staat. Obamas Sturz der gewählten Regierung der Ukraine hatte den gewünschten Effekt: den massenhaften Aufmarsch US-geführter NATO-Streitkräfte in Russlands westlichem Grenzland, durch welches 1941 die Nazis einmarschierten.

Obamas “Hinwendung nach Asien” im Jahr 2011 gab das Signal für den Transfer eines Großteils der amerikanischen Marine- und Luftstreitkräfte nach Asien und zum Pazifik, mit dem einzigen Zweck der Konfrontation und Provokation Chinas. Der weltweite mörderische Feldzug des Friedensnobelpreisträgers ist wohl der umfassendste terroristische Einsatz seit 9/11.



Die Kräfte, die in den USA als “die Linke” firmieren, haben sich tatsächlich mit den dunkelsten Untiefen institutioneller Macht eingelassen, allen voran mit dem Pentagon und der CIA, um ein Friedensabkommen zwischen Trump und Wladimir Putin zu zerschlagen und Russland wieder als Feind zu setzen, auf der Grundlage seiner Einmischung in den Präsidentschaftswahlkampf von 2016, für die es keinerlei Beweise gibt.

Der eigentliche Skandal ist die hinterhältige Machtergreifung finsterer kriegführender Eigeninteressen, die kein Amerikaner gewählt hat. Der rasche Aufstieg des Pentagons und der Überwachungsbehörden unter Obama stellte eine historische Machtverschiebung in Washington dar. Daniel Ellsberg nannte sie zurecht einen Staatsstreich. Die drei Generäle, die hinter Trump stehen, bezeugen dies.

All dies will in diese “liberalen Gehirne, die im Formaldehyd der Identitätspolitik eingelegt wurden“, wie es Luciana Bohne denkwürdig formulierte, nicht hinein. Zur Ware gemacht und markterprobt ist „Identität“ die neue liberale Marke, nicht die Klasse, der Menschen, unabhängig von ihrem Geschlecht und ihrer Hautfarbe, dienen: auch nicht unser aller Verantwortung, einen barbarischen Krieg, ja alle Kriege zu beenden.

“Wie um aller Welt ist es nur so weit gekommen?”, fragt Michael Moore in seiner Broadway-Show Terms of My Surrender, einem Varieté für die Unzufriedenen mit Trump als Big Brother im Hintergrund.

Ich habe Moores Film Roger & Me bewundert, der von der ökonomischen und sozialen Verheerung seiner Heimatstadt Flint in Michigan handelt, und auch Sicko, seine Analyse der Korruption im amerikanischen Gesundheitswesen.

An diesem Abend sah ich seine Show, und sein Friede-Freude-Eierkuchen-Publikum jubelte über seine Versicherung, dass „wir die Mehrheit sind!“ und seine Aufrufe, „den Lügner und Faschisten Trump seines Amtes zu entheben!“. Seine Botschaft schien zu heißen, hätte man sich die Nase zugehalten und Hillary Clinton gewählt, wäre das Leben wieder vorhersehbar.

Er mag recht haben. Statt die Welt nur zu beschimpfen, wie Trump es tut, hätte die Große Auslöscherin vielleicht den Iran angegriffen und Raketen auf Putin geschossen, den sie mit Hitler verglichen hat: eine besondere Obszönität angesichts der 27 Millionen Russen, die durch Hitlers Invasion starben.

„Jetzt hört mal zu“, sagte Moore, „mal abgesehen davon, was unsere Regierungen tun, liebt man die Amerikaner in der Welt!“

Es herrschte Stille.

Redaktionelle Anmerkung: Dieser Text erschien zuerst unter dem Titel „The Killing of History. Er wurde vom ehrenamtlichen Rubikon-Übersetzungsteam übersetzt und vom ebenfalls ehrenamtlichen Rubikon-Lektoratsteam lektoriert.

John Pilger
John Pilger, gebürtiger Australier, war viele Jahre Auslandskorrespondent und Kriegsreporter und ist heute Autor und Dokumentarfilmer. Er hat zahlreiche internationale Preise gewonnen, darunter die Goldmedaille der United Nations Association. Er ist einer von nur zwei Journalisten, die zweimal zum „Journalist of the Year“, der höchsten Auszeichnung im britischen Journalismus, ernannt wurden. Seinen Dokumentarfilm „Cambodia Year Zero” aus dem Jahr 1979 zählt das British Film Institute zu den zehn wichtigsten Dokumentationen des 20. Jahrhunderts. Sein aktueller Film ist „The Coming War on China“.

https://www.rubikon.news/artikel/mord-an-der-geschichte



Donnerstag, 2. November 2017

BRD-Kurs in den Untergang


Der „Rechtsruck“ und
die Konterrevolution von 1989/90

Bei Bundestagswahlen gibt es 299 Wahlkreise,
in denen Abgeordnete direkt
gewählt werden. Am 24. September 2017
gewannen CDU und CSU die Mandate in 231
von den 299. Das läßt sich als stabile Situation
für die wichtigste Partei des deutschen
Großkapitals deuten.

Falsche Wahrnehmung? Fest steht jedenfalls:
Weder innerhalb von CDU/CSU noch
außerhalb gab es eine ernsthafte Konkurrenz
zu Angela Merkel. Sie verkörpert
einen „moderaten“ Typus von Herrschaftsausübung
des deutschen Imperialismus.
Wer nach ihr kommt, welche Form der
Macht die Herrschenden anstreben, ist
offen. Mit der AfD hat sich das Großkapital
allerdings bereits eine Reserve mit einer
beachtlichen Massenbasis für Krisenzeiten
geschaffen. Vorbereitungen darauf sind
im Sicherheitsapparat seit langem im Gang,
die Bürgerkriegsübung beim G20-Gipfel in
Hamburg war in dieser Hinsicht fast wichtiger
als der Wahltag.

Die Bundestagswahl fand in einer Situation
statt, in der Washington offen mit dem
Weltkrieg spielt. Vermutlich hat das die
Wahlentscheidung zugunsten der „verläß-
lichen“ Merkel mit beeinflußt. Dabei steht
fest: Militärisch ordnet sich Berlin zwar
weiterhin Washington unter, verstärkt
aber zusammen mit Frankreich zielstrebig
die eigenen militärischen Fähigkeiten
und die der EU. Ergänzt wird das durch
die genau dosierte, aber anhaltende Diskussion
über mögliche deutsche Atomwaffen.
Kein Imperialismus ohne aggressive
Außenpolitik und ohne Militarismus.
Dennoch gelang es, die Frage von Krieg
und Frieden aus dem Wahlkampf weitgehend
herauszuhalten. Staats- und Konzernmedien
befaßten sich prinzipiell
nicht damit, sondern boten vor allem der
AfD und „Merkel muß weg!“-Rufern eine
Plattform. Auch das dürfte zur Wiederwahl
Merkels beigetragen haben. Zugleich
wurde die Af D hoffähig. Das war nicht
schwer. Sie ist von ihrem Ursprung her
eine Partei von CDU-Funktionären, ihr
Personal stammt zu beträchtlichen Teilen
aus dem Machtapparat: Verwaltung,
Justiz, Polizei und Bundeswehr. Das Verfahren,
der AfD etwa im Fernsehen eine
Präsenz einzuräumen, die der PDS von
1990 bis zur Gründung der Linkspartei
2007 niemals zugebilligt wurde, und
gleichzeitig dafür zu sorgen, daß sich
deren Vertreter als benachteiligte Opfer
von Medien und „Altparteien“ darstellen
konnten, trug alle Züge einer geheimdienstlichen
Operation. In der Endphase
der DDR war ähnliches beim Auf kommen
diverser Oppositionsgruppen zu beobachten.
Die Konzentration auch der Medien
auf die Flüchtlingsfrage hatte groteske
Züge. Dort, wo die wenigsten Migranten
leben, erreichte die Af D im Osten ihre
höchsten Ergebnisse. Im Westen war es
umgekehrt: So kam sie z. B. in Wahlbezirken
Duisburgs, in denen der Zuwandereranteil
seit Jahren sehr hoch ist, auf mehr
als 30 Prozent der Stimmen.

D ie i n O s t d e u t sc h l a n d her r s c h e n d e
systemkritische Stimmung nach 27 Jahren
Anschlußverbrechen und erzwungener
Auswanderung von etwa vier Millionen
DDR-Bürgern konnte sich die AfD zunutze
machen. Die Linkspartei begünstigte durch
das teilweise Übernehmen der konterrevolutionären
Losung von der DDR als
„Unrechtsstaat“ sogar die AfD. Der Absurdität
ihrer Wahlstrategie fügte sie nach
dem 24. September eine weitere hinzu, als
eine Debatte darüber lanciert wurde, Die
Linke habe die „Flüchtlingsfrage“ bzw. die
Sorgen der Menschen vernachlässigt. Dazu
läßt sich sagen: Wer die Anschlußpolitik
mit ihren katastrophalen Folgen mißachtet
oder als „Fortschritt“ demagogisch feiert,
muß sich nicht wundern, wenn die AfD
das spielend übertrifft.

Angesichts der Konstellation im Bundestag
– die SPD-Fraktionsvorsitzende Andrea
Nahles als Oppositionsführerin, Die Linke
als kleinste Gruppierung im Nicht-Regierungslager
– stellt sich wie nach dem Wahldesaster
von 2002 die Existenzfrage für
die Partei. Solange sie mehrheitlich als
Regierungspartei im Wartestand auftritt,
wird sie entsprechend wahrgenommen
werden. Die in ihr verbliebenen Sozialisten
und Kommunisten werden darum
kämpfen, daß Krieg und Frieden, Niedriglöhne
und Armut sowie die Weltmachtbestrebungen
des deutschen Imperialismus
wieder in den Mittelpunkt rücken. Die
Sozialisten und Kommunisten außerhalb
der Partei haben das bereits während des
Wahlkampfs getan.

Das muß nicht nur angesichts von Weltk
r ieg sgef a hr, K r ise u nd wachsender
Aggressivität deutlich verstärkt werden.
Der „Rechtsruck“ hat nicht am 24. September
2017 stattgefunden, sondern mit
der Konterrevolution von 1989/90, mit der
Kriegspolitik, verschärfte Ausbeutung und
ein dritter Anlauf zum „Platz an der Sonne“
möglich wurden.

Die AfD ist das vorläufig letzte Resultat
dieses Prozesses, den die damaligen Bundestagsparteien
1990 geschlossen einschlugen
und seither praktizierten: Sie
ergänzt ihn mit nationalistischen und
rechtsextremen Parolen, macht ihn insofern
kenntlich. Für Friedensbewegung und
Linke gilt es, allen Befürwortern eines Kurses,
der erneut in den Untergang führen
kann, das Handwerk zu legen.
Arnold Schölzel



Mittwoch, 1. November 2017

Video: Kulturverfall

Entnommen: https://www.macht-steuert-wissen.de/2741/star-prangert-kulturellen-verfall-deutschlands-an-video/

Star prangert kulturellen Verfall Deutschlands an + Video

 1. November 2017  Heiko Schrang  6272

Er ist Träger des Bundesverdienstkreuzes und stand mit Leonard Bernstein, Herbert von Karajan, Plácido Domingo, José Carreras und Luciano Pavarotti auf der Bühne. Die Rede ist von Bernd Weikl, den ich in meinem Format SchrangTV-Talk interviewt habe. Was er dort erzählt hat, ist so ungeheuerlich, dass ich milde gesagt geschockt war.

Ein „normaler“ Theaterabend ist heute ohne „Blut, Scheiße, Sperma, Urin“ nicht mehr denkbar.  Aus der Sicht eines Künstlers, so Weikl, ist es unerträglich, dass jede Aufführung von Wagners Opern, in denen sie große Rollen verkörpern müssen vor und nachher seitenweise über den Antisemitismus des großartigen Komponisten räsonieren müssen. So an der Deutschen Oper am Rhein am 04. Mai 2013: Nackte Darsteller in gläsernen Würfeln werden dort „vergast“. In der ersten Szene, dem sogenannten Venusberg, wird eine jüdische Familie, unter ihnen Tannhäuser, von Nazis ermordet. Dabei fließt viel Blut, überall sind Hakenkreuze und SS-Uniformen präsent.

Der Opernstar erstattete daraufhin Strafanzeige beim Generalstaatsanwalt wegen Verletzung des Bildungsauftrags, diese wurde jedoch als unbegründet zurückgewiesen. Es macht den Anschein, dass die moderne Oper politisch sein will und nicht mehr dem Publikum gefallen soll.

Opernstar Bernd Weikl stellt die berechtigte Frage, warum überhaupt noch die Kulturszene in Deutschland durch Steuergelder subventioniert werden muss?

Für Bernd Weikl ist diese staatlich finanzierte „Kunst“ symptomatisch für unsere Gesellschaft. Denn die Herzens- und Charakterbildung durch die Bühnen hat Einfluss auf das soziale Verhalten! Wissenschaftliche Untersuchungen haben längst nachgewiesen, dass echte Kunst positiv auf die Persönlichkeitsbildung und die Gesellschaft wirkt. Im Gegensatz dazu führt die gegenwärtig staatlich finanzierte „Kunst“ zur Verdummung und Brutalisierung. Das kann inzwischen überall beobachtet werden und ist vermutlich auch so gewollt.

Siehe auch das Video:  https://www.macht-steuert-wissen.de/2741/star-prangert-kulturellen-verfall-deutschlands-an-video  



Sonntag, 29. Oktober 2017

Judith´s Reisenotizen

Erkundungen in Brandenburg



Neue Notizen von Judith, Mitautorin im Buch „EISZEIT-BLÜTEN“

Oktober 2017: Nun ist der Sommer fast vorbei und damit gehen auch meine, unsere Fahrten in Brandenburg  im wesentlichen zu Ende. Das Land hat einen Verbund von 29  Städten, die jeweils einen historisch wertvollen Stadtkern besitzen.  Sie werden besonders gefördert. 27 habe ich bereits besucht mit vielen schönen Eindrücken.

Im wesentlichen folge ich einem Plan: Besuch der  Touristen-Information, man erfährt was zu den sozialen Verhältnissen, wie Betriebe wurden nach der Wende plattgemacht, unabhängig vom Zustand, sondern aus Konkurrenzgründen, Wegzug vieler junger Menschen, weite Wege zu neuen Arbeitsplätzen, Arbeitslosigkeit. Die Städte sind schön anzuschauen, fast alles rekonstruiert und renoviert, und ich frage mich dann immer, warum wir das in der DDR nicht besser hinbekommen haben. Dann Besuch des Rathauses, der Kirche mit möglicher Turmbesteigung,  Kloster, Stadtmauer, Heimatmuseum und Natur (Parks, See, oder Fluss) oder auch kulturelle Events.


In diesem Jahr habe ich mich auf Luther´s Spuren begeben. Deshalb, weil ich seine Vision, seine Standhaftigkeit unter Einsatz seines Lebens (als vogelfrei erklärt) und Durchsetzungsvermögens mit Unterstützung vieler Mitstreiter bewundere. Er hat den Menschen  die Angst vor dem Fegefeuer und  der Hölle genommen, den Ablaßhandel erfolgreich bekämpft, die Klöster aufgelöst u.v.m. Leider hat er den revolutionären Kampf der Bauern um ihre Befreiung von Not und  Elend  unter Führung von Thomas Müntzer nicht verstanden bzw. gehasst wie auch die Juden.
In Wittenberg war ich im vergangenen Jahr. Dieses Jahr  war ich in

Mühlberg /Elbe

Hier fand der Schmalkaldische Glaubenskrieg (Bündnis der protestantischen  Reichsstände) unter  Kurfürst Friedrich gegen Herzog Moritz von Sachsen auf der Seite des katholischen Kaiser statt. Als Überraschungsangriff wurde es ein  großes Gemetzel, dem Tausende protestantische Krieger zum Opfer fielen. Kurfürst Friedrich wurde gefangen genommen, zum  Tode verurteilt und später begnadigt. Im Ergebnis des Krieges wurde das Albertinische Kurfürstentum Sachsen als mächtigsten Staat im mitteldeutschen Raum  gebildet. Die riesige Anlage Kloster und Klosterkiche sind noch gut erhalten u. durch moderne  bauliche Anbauten ergänzt. Besuch des Museums, der Frauenkirche , des Rathauses, dem Schloß, welches noch auf einen Investor wartet.

Herzberg



Die Stadt bekannte sich sehr früh zur Reformation. In der gotischen Hallenkirche wurde schon ab 1522 Gottesdienst in deutscher Sprache abgehalten. Die Kirche hat wunderschöne Gewölbemalereien aus dem 15. Jahrhundert mit überregionaler Bedeutung. Luther nahm auch an vielen Kirchen- und Schulvisitationen teil und forderte die Einrichtung christlicher Schulen. Aufgrund seiner Initiative wurde durch Melanchthon die 1. Schulordnung erlassen (Text in der Kirche veröffentlicht mit klaren Regelungen  für Lehrer und Schüler).
Auch im Ergebnis dessen  wurde 1578 die „Deutsche Grammatik“ verfasst. Außerdem steht am Stadtpark  ein Wunderstein in Erinnerung, als Wittenberger Studenten wegen der Pest in diese Stadt geflüchtet waren. Es gibt auch einen schönen Botanischen Garten  durch einen reichen Bürger gegründet.

Lutherstadt Eisleben



Die Stadt, in der Martin Luther geboren und gestorben ist. Sie hat einige Totalbrände erlebt und so wurde verfügt, dass alle Häuser verputzt wurden. Die Eltern kamen aus Mansfeld und die Familie war teilweise in den Kupfer-, Silber-, und Goldabbau involviert. Das Geburts- wie auch Sterbehaus sind nicht mehr original erhalten und mit interessanten Ausstellungen bestückt.


Besuch der zwei Kirchen ( Taufkirche). Auf dem Rathausplatz steht ein monumentales  Lutherdenkmal. Das Besondere daran ist, dass Luther eine Kopfbedeckung trägt, was sonst nur  dem hohen Adel vorbehalten war und den Unmut des Regierenden hervorrief, aber die Eislebener Bürger haben sich durchgesetzt. Die Stadtführung war auch sehr interessant. Bemerkenswert ist, dass sehr viel Geld investiert wurde, u.a. Bahnhöfe in Wittenberg und Eisleben. Verständlich, denn die Kirche sollte ja auch im staatlichen Interesse gestärkt werden, damit die Menschen geduldig und wieder frommen werden sollen, denn der liebe Gott wird es schon
richten !!!

Außerdem war ich in diesem Sommer noch in Rheinsberg (Musikakademie), Kyritz, Frankfurt /0., Angermünde, Potsdam, Falkenberg, Brügk, Ribbek, Treuenbrietzen, Perleberg u.a.

Fahren werde ich noch nach Jüterbog, Cottbus, Brandenburg, Görlitz aber dann sind die Tage schon zu kurz.

Das nächste Mal wieder mehr zur Politik und zu unserem Buch „EISZEIT-BLÜTEN“. Ich hoffe, dass die Bestellung bei Amazon bald kommen wird.

PS: Ich bin ja gespannt, was zur Ehrung von Karl Marx im nächsten Jahr passiert ? Sicher nicht viel.

Viele Grüße von Judith